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Mittwoch, 21. August 2013

Die Knoppersverschwörung

Morgens, halb 10 in Deutschland. Jeder verzweifelt an der Frage, wie rum er nun eigentlich sein scheiß Knoppers halten soll.
Es mag ein marketingstrategischer Geniestreich sein, seine Zielgruppe in einer so essenziellen Frage zur Anwendung des Produkts völlig im Dunkeln stehen zu lassen. Klar, man macht sich Gedanken drüber, tauscht sich mit Freunden und Bekannten aus ("Ey, wie rum isst DU eigentlich so'n Knoppers?") usw. - das trägt alles zur Viralität der Marke bei. Andererseits ist das ein PR-technischer Super-GAU in einer Zeit, in der der Konsument einfache, klare Anweisungen braucht ("Morgens, halb 10" - das ist doch schon mal ein gelungener Anfang eines ausdifferenzierten Konsumvorschlags!), weil er stattdessen angesichts der Überforderung der kapitalistischen Massen-gesellschaft nur noch wild zuckend und mit Schaum vor'm Mund in der Ecke eines Supermarktes liegen würde. Aber ich schweife ab.

Schokolade oben, Waffel unten. Klarer Fall?

Grob unterteilt gibt es Team "Waffel" und Team "Schokolade". Team "ist mir doch Latte!" zählt nicht. Wer sich sein Knoppers einfach so in den Rachen schiebt, wie es nun mal gerade aus der Packung kommt, entspricht definitiv nicht meiner Vorstellung eines reflektierenden Diskussionspartners.
Team "Waffel" hält das Knoppers mit der Waffel nach oben. Sie besitzt einfach eine Art optischen "Deckeleffekt". Ferner trifft die Schokoladenseite hierbei direkt auf die Zunge, ein unmittelbar ausgewogenes Geschmacks-erlebnis ist die Folge.

Das Model dieses Werbeshoots wurde offensichtlich angewiesen,
das Knoppers anders zu halten, als auf der Verpackung abgebildet.

Team "Schokolade" hält die Schokoladenseite oben. Dies lässt sich auf zweierlei Gründe zurückführen: 1) Man macht sich die Finger nicht schmutzig, weil man "das Frühstückchen" unten an der Waffel festhält. 2) Es ist auf der Produktverpackung mit der Schokoladenseite oben abgebildet.
ABER: Betrachtet man diesen Werbespot aus den 90'ern genauer, wird man feststellen, dass sämtliche Protagonisten zum Team "Waffel" gehören. Die einzige Ausnahme bildet das Mädchen auf der Bank. Aber wer lässt sich schon von einem Kind in so einer existenziellen Frage beeinflussen?


Vor einigen Jahren schrieb ich eine Mail an Knoppers und bat um Aufklärung in ebenjener Problematik. Ich wurde mit standardisierten Floskeln á la "Sehr geehrter Herr G., es freut uns sehr, dass Sie sich eingehender mit unserem Produkt beschäftigen" abgefertigt. Schlussendlich sei es doch "jedem selbst überlassen", wie rum er sein Knoppers esse. Na danke Storck, mit dieser Salamitaktik kommt Ihr bei mir nicht weit! Ich wittere da eine glasklare Verschwörung. Man will den einfachen Konsumenten im Ungewissen halten, indem man gemischte Signale in der Werbung streut und einfach keine klare Stellung bezieht. Was will man damit bezwecken? Wie sehen Sie das? Habe ich einen an der Waffel?

(Anm. d. Verf.: Ich bin seit jeher Team "Waffel". Kommentare von diesen Schokolade-Deserteuren werden umgehend gelöscht.)

nutellagangbang


Lesen Sie nächste Woche: "Was ist beim Hanuta eigentlich vorne und hinten?"